2 Jahre Herstellergarantie Versandkostenfreie Lieferung Über 100 000 Kunden

 

zurück zur Artikelübersicht

Filmkritik: Mad Max - Fury Road (Oscar Special)

Lauflänge: 120 Minuten
Jahr: 2015
Regisseur: George Miller

Folgende Streams verfügbar:  Nur leihen/kaufen möglich.
(Stand 27.02.2016)

Mad Max - Fury Road

23 Jahre nach George Millers erstem Mad Max Film erschien letztes Jahr nun endlich der lang ersehnte 4. Teil der postapokalyptischen Saga um den stillen Einzelkämpfer Max Rockatansky. Wurde Max in den letzten 3 Filmen noch von dem Australier Mel Gibson verkörpert, so schlüpfte dieses mal der Engländer Tom Hardy (bekannt aus „Inception“, „Warrior“ und „Bronsons“) in die Rolle des einsamen Helden. Was die drei zuvor erschienen Filme weltweit einzigartig machten, waren ihre irrwitzigen Action Sequenzen und die schonungslose Darstellung einer kollabierten Gesellschaft ohne Strukturen, Gesetzen und ohne Aussicht auf Besserung. Hier führen die restlichen Überlebenden einer, von atomarer Zerstörung gezeichneten Welt, ihren letzten erbitterten Kampf um die noch vorhanden Treibstoff Reserven des Planeten. Miller zeigt uns die fatalen Konsequenzen unserer technischen Abhängigkeit und legt den Fokus auf das Fortbewegungsmittel als ultimative Überlebensmaschine – wer in Mad Max ohne fahrbaren Untersatz durch die Welt zieht, der stirbt. Mit kompromissloser Brutalität wird hier eine Zukunftsvision gezeigt, die primitiver und trostloser nicht sein könnte. Dabei erschloss sich die tiefgründige aber dezent im Hintergrund gehaltene Sozialkritik der drei Filme dem Zuschauer weniger durch pure Exposition, sondern viel mehr über visuell geschickt eingestreute Hinweise.

Max trifft im neusten Teil der Reihe auf die von Charlize Theron gespielte Figur „Furiosa“, die mit ihrem mächtigen Tanklastzug auf dem Weg zu einem weit abgelegenen Treibstoffdepot mitten im Ödland ist. Sie ist Sklavin des tyrannischen Anführers „Immortan Joe“, einem Diktator der sich mitten in der Wüste das „Ford Falcon“ aufgebaut und dort nun mit eiserner Hand über seine Gefolgschaft herrscht. Anstatt jedoch das „flüssige Gold“ zurück zur Siedlung zu transportieren, entschließt sich Furiosa mit 5 weiteren jungen Frauen im Gepäck die Flucht zu ergreifen. Max wird - wie bei der Filmreihe schon Tradition - unfreiwillig ein Teil dieses Konflikts und kämpft von nun an der Seite von 6 Frauen gegen eine Horde von Wahnsinnigen ums Überleben.

Auch im 4.Teil setzt Miller das Erbe seiner Filmreihe konsequent fort und präsentiert uns eine wahnsinnig gewordene Welt, deren minimale Geschichte als Aufhänger für ein rasantes, 120 Minuten langes Actionfeuerwerk dient und dabei erstaunlicher Weise zu keiner Sekunde zu einem plumpen, sinnfreien Action-Feuerwerk ausartet. Der Film, welcher für ganze 10 Oscars nominiert ist, nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst und feuert bei seiner Treibjagd konstant im 6. Gang aus allen Rohren. Die große Wagenkolonne mit Furiosas Benzintanker an der Spitze und der Gefolgschaft von Joe als treibende Kraft am Ende gräbt sich wie ein langer Zug unaufhaltsam durch die heiße Wüste direkt in die Herzen des Fans von gepflegter Action Unterhaltung. Und genau das ist es auch, was Millers Film auf simple Weise so eindrucksvoll unterhaltsam macht: Rohe Gewalt, schonungslose Stunts und ein irres Tempo harmonieren wunderbar mit der kleinen Geschichte rund um Max und Furiosa: Hier rasen mehrere Fahrzeuge im Affenzahn nebeneinander her, während sich Menschen auf Motorhauben, Autodächern und Ladeflächen mit Speeren, Schusswaffen und Molotov Cocktails gegenseitig malträtieren. Dabei fangen die langen Kamerafahrten und imposanten Kameraschwenks das Geschehen zu jeder Sekunde perfekt ein. Dezent eingesetzte Slow-Motion Shots und Computer Effekte wirken visuell beeindruckend und verleihen der ohnehin schon farbenfrohen Ästhetik von Mad Max sogar einen Hauch von Epik. So kann man bei jeder Szene das Benzin förmlich riechen.

Dabei gibt es auch hin und wieder genug Zeit für ruhige Momente um so die schlichte Story langsam mit Leben zu füllen. Tom Hardy ist in seiner Rolle als Max so stumm wie noch nie zuvor in der Filmreihe und dennoch erzählt er allein durch Gestik und Mimik die Geschichte eines einsamen, gebrochenen Mannes, dessen Leben durch den Tod seiner Familie komplett an Bedeutung verloren hat. Durch Millers Bildsprache füllt man als Zuschauer selbst langsam die leere Welt mit Leben. Und dies funktioniert erstaunlich gut und macht richtig Spaß.

In den letzten Jahren zeigte uns Hollywood immer überdrehtere Action Filme, die durch schnelle Schnitte, laute Musik und donnernde Soundkulisse ihren Mangel an Innovation kaschieren wollten. Dadurch verliert das Geschehen an Substanz und verkommt zu einer simplen Aneinanderreihung von martialischen Szenen ohne Struktur und Sinn. Mad Max - Fury Road ist anders. Sein Tempo ist schnell aber nicht gnadenlos überladen, die Action ist brachial aber stets sauber und nachvollziehbar inszeniert. Lediglich im großen Finale kommt ein wenig das typische Schnitt-Gewitter Hollywoods ins Spiel, welches aber im Gesamtkontext nicht weiter negativ ins Gewicht fällt.

George Miller wischt mit seinen 71 Jahren mühelos mit der jungen Generation von Hollywoods Aktion Regisseuren den Boden auf und erschuf 2015 einen Film, der bei vielen Fans und Kritikern bereits als Kultfilm angesehen wird, sowie als einer der besten Action Filme überhaupt. Nach 35 Jahren hat die Mad Max Reihe ein Facelifting erhalten und gleich die Messlatte für kommende Action Streifen nach oben gesetzt. Leute mit Benzin im Blut kommen an diesem Film nicht vorbei.
 

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie folgende Filme mögen:

Mad Max 1-3, Book of Eli, Fast & Furiou, Collateral, Rush – Alles für den Sieg, Hitcher – Der Highway Killer

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.